Passivdampfen – realistische Gefahr oder falscher Alarm?

Passivdampfen mit E-Zigarette

Egal ob POD-System, massiver RTA oder kleiner Coil-Verdampfer – wer die immer beliebteren E-Zigaretten nutzt, ist über kurz oder lang auch schon über den Ausdruck “Passivdampfen” gestolpert. Aber was steckt dahinter? Ist das Passivdampfen wirklich so gefährlich wie der berüchtigte Passivrauch einer herkömmlichen Zigarette?

Passivdampfen und die Gesundheit

Kurz gesagt: Nein, das Passivdampfen ist nicht so gefährlich wie sein Tabak-Pendant. Zum einen findet beim Dampfen keine Verbrennung statt. Das Liquid wird lediglich solange erhitzt, bis es vaporisiert. Dabei werden wesentlich weniger Schadstoffe freigesetzt als bei der Verbrennung einer Zigarette oder gar Zigarre. Was das angeht, herrscht im Wesentlichen wissenschaftlicher Konsens.

Das Aroma und fertige Liquid, welches bei E-Zigaretten zum Einsatz kommt, besteht lediglich aus vier Bestandteilen. Propylenglykol, pflanzliches Glyzerin, den jeweiligen Aromastoffen und gegebenenfalls Nikotin. Je nach Liquid können auch noch kleinere Mengen Wasser enthalten sein. Beim Dampf-Prozess entwickeln sich durchaus Stoffe, die potenziell schädlich sind – zum Beispiel Formaldehyd oder eben Nikotin. Die Stoffe tauchen in der Luft nach dem Dampfen aber in derart geringen Mengen auf, dass sie quasi kein Risiko darstellen. So kann die Luft in einer viel befahrenen Grossstadt mitunter schädlicher sein als die Luft in einem Dampfer-Zimmer oder Passivdampfen.

Dampf und Rauch – eine wichtige Unterscheidung

Zigarettenrauch unterscheidet sich wesentlich von dem Aerosol, das von E-Zigaretten ausgeschieden wird. Die Partikel, die beim Rauchen einer Zigarette oder Zigarre entstehen, sind Feststoffe. Sie bleiben wesentlich länger in der Luft. Das Dampfen dagegen setzt winzige Teilchen frei, die sich innerhalb kürzester Zeit auflösen. In einer Studie erschienen in der etablierten Zeitschrift “Nicotine & Tobacco Research” (deutsch: Nikotin & Tabak Forschung), tauchen dazu klare Daten auf. So braucht ein Raum mit Rauch-Partikeln bis zu 45 Minuten, um sich wieder zu normalisieren. Bei demselben Vorgang, aber mit E-Zigaretten-Dampf, brauchte es lediglich 10-15 Sekunden. Das Passivdampfen ist somit die deutlich weniger schädliche Option.

Alles nur Schall und Dampf?

Passivdampfen stellt also mit Sicherheit keine allzu grosse Gefahr dar. Wer mit Dampfern unterwegs ist, muss sich eher keine Sorgen machen. Das Passivdampfen selbst ist keine grosse Risikoquelle. Trotzdem ist das natürlich kein Grund, an der nächsten Bushaltestelle riesige Wolken auszuatmen. Denn auch wenn es für Mitmenschen nicht sonderlich gefährlich ist, so kann eine Aroma-Wolke doch nicht unbedingt der angenehmste Weg sein, den Tag zu beginnen. Die “Take-Home-Message” lautet also: Rücksicht nehmen! Egal ob Raucher oder Dampfer.

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